Der Internatsbereich

Es gibt mehrere einsichtige Gründe, weshalb die Eltern die Einrichtung eines Internats (Boarding School) angestrebt und realisiert haben und diese nun weiter ausbauen möchten:

Die Schulwege für die Kinder sind zum größten Teil sehr weit, und Weg- und Wetterverhältnisse erschweren oder verhindern sogar den regelmäßigen Schulbesuch. Die Eltern haben selten die Möglichkeit oder die Kenntnisse, ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen. Darüberhinaus werden die Kinder automatisch in den arbeitsreichen Tagesablauf einbezogen - Holz sammeln, Tiere versorgen, im Garten helfen etc.

Das Bewusstsein, dass nur eine gute Ausbildung ihren Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen kann, hat sich weit durchgesetzt und Eltern, die es sich irgendwie leisten können, geben ihre Kinder in Internate. Die privaten Internate sind sehr teuer und können nur von wenigen Eltern bezahlt werden. Die Eltern finden auch - gerade in einem rein ländlichen Gebiet wie Rugazi es ist - nicht den Kontakt zu Helfern, die das Schulgeld für ihre Kinder bezahlen würden.

Die Initiative der Rugazi Central Primary School ist eine besondere Leistung der Eltern aus sehr armen Verhältnissen. Die Mittel, die für dieses Internat benötigt werden, sind für die Eltern bereits sehr schwer aufzubringen, denn häufig handelt es sich ja nicht nur um ein Kind, sondern um mehrere.

Als sehr dringende Hilfsmassnahme ist der Bau von Schlafsäalen anzusehen. Die Kinder schlafen in umfunktionierten Klassenzimmern, die sich in einem sehr schlechten Bauzustand befinden. Es regnet an vielen Stellen durch die Dächer; selbst für notdürftige Flickarbeiten fehlt häufig das Geld. Die Betten stehen viel zu eng; die Kinder haben keine Möglichkeit, ihre persönlichen Dinge unterzubringen; Moskitonetze sind eine Seltenheit; die Räume sind feucht und dunkel - eine Umgebung, die für die gesunde Entwicklung der Kinder unzuträglich ist.

 

Die Fotos oben können nur einen schwachen Eindruck von der wirklichen Situation wiedergeben - die Realität ist noch härter.

Bisher Erreichtes

In 2008 wurde der Grundstein für einen Schlafsaal für Mädchen gelegt. Dieser wurde durch Spenden finanziert. Die Pfarrei St. Martin aus Bad Säckingen, die Aktion Dritte Welt e.V. und zahlreiche Einzelspender haben dies ermöglicht. Im März 2008 wurde mit dem Bau begonnen, jedoch verzögerten sich die Arbeiten unerwartet. Durch die Kenia-Krise war die Beschaffung des Materials erschwert und verteuert; es gab Probleme mit der Wassberschafftung; neue, sofort umzusetzende Vorschriften der Regierung erforderten Änderungen etc.

Aber im März 2009 konnte er schließlich bezogen werden, der neue St. Martin-Schlafsaal für 60 Mädchen.

Dank einer Sonderspende konnten wir dort auch sofort Brandmelder und Feuerlöscher installieren. Der Schlafsaal hat einen separaten Raum für erkrankte Kinder und zwei kleine Räume für die Hausmutter. Die Fenster sind entsprechend den neuen Vorschriften nach außen zu öffnen.

 

Die Fotos oben zeigen den neuen St. Martin-Schlafsaal.

Das Ziel

Es besteht weiterhin dringender Bedarf an Schlafplätzen für die Vollwaisen und für Kinder, die einen zu weiten Schulweg haben. In Zukunft möchten wir einen weiteren Schlafsaal für 60 Jungen bauen.